Die Staaten Nordafrikas - Sichere Herkunftsländer?
Wunschdenken und Wirklichkeit

 

Die Bundesregierung plant, die Staaten Nordafrikas, namentlich Marokko, Tunesien und Algerien zu sicheren Herkunftsländern zu erklären. Das hätte zur Folge, dass Migranten aus diesen Ländern nicht mit einer Anerkennung als Asylbewerber rechnen können und so von der Zuwanderung abgeschreckt werden. Kenner der Region lehnen die Zuschreibung „sicheres Herkunftsland“ als oberflächlich und plakativ ab. Wer oder was macht einen Staat zu einem „sicheren Herkunftsland?“ Wer entscheidet über dieses Etikett? Soll der Begriff den Eindruck vermitteln, es handle sich um demokratische Länder? Oder um Länder, die nicht von Kriegen oder Bürgerkriegen betroffen sind?

 

Am Beispiel Marokkos will der Referent der Frage nachgehen, ob der Begriff überhaupt gerechtfertigt ist. Gibt es nicht handfeste Gründe dafür, dass Tausende junger Menschen aus dem Maghreb eine bessere Zukunft in Europa suchen? Welche Rolle spielen dabei die verbreitete Korruption, die Ausbeutung, die Unterdrückung der Meinungsfreiheit und die massiven Menschenrechtsverletzungen? In welchem Masse sind die Regime der Region, mit denen Europa eng zusammenarbeitet, für die verbreitete Armut und das Elend der Bevölkerung mitverantwortlich?

 

Der Referent Mahdi Alaoui kommt aus Zagora/Südmarokko. Er hat Geschichte und Geographie studiert. Seit 14 Jahren lebt er in Köln als pädagogische fachkraft.  Er  ist aktiv in der Menschenrechtsarbeit und in der entwicklungspolitischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit und engagiert sich in interkulturellen Dialog- und Trainingsveranstaltungen.

13 März 2016 war der politische Vortrag über nordafrikanische Flüchtlinge  in Deutschland